Ich baue neu
Neubau, Anbau, Aufstockung — oder der Dachboden soll endlich ein Zimmer werden. Alles vier hat gemeinsam, dass die Entscheidungen früh fallen und später teuer zu ändern sind.
Vier Wege, vier Ausgangslagen
Dach für den Neubau
Der Zimmerer stellt den Dachstuhl, der Dachdecker macht ihn dicht. Dazwischen liegt der Termin, an dem es schnell gehen muss: Zwischen Richtfest und Eindeckung steht der Rohbau offen, und jeder Regen geht ins Holz.
Was früh feststehen sollte: Ziegel oder Betonstein, Farbe und Form, die Dachneigung — und ob eine Photovoltaikanlage geplant ist. Für die braucht es andere Befestigungen, und sie im Nachhinein einzubauen heißt, Ziegel wieder abzunehmen.
Anbau und Aufstockung
Der heikle Punkt ist immer der Anschluss ans Bestandsdach. Zwei Bauteile mit unterschiedlichem Alter und unterschiedlichem Setzungsverhalten treffen aufeinander — die Fuge dazwischen ist die Stelle, an der es in fünf Jahren undicht wird, wenn sie schlecht gemacht ist.
Dazu die Frage, ob sich neue Ziegel überhaupt an die alten anpassen lassen. Manche Modelle gibt es seit dreißig Jahren nicht mehr; dann ist eine bewusst abgesetzte Fläche ehrlicher als ein Farbton, der fast passt.
Gauben und Dachfenster
Beide bringen Licht, aber sie sind nicht dasselbe. Ein Dachfenster ist deutlich günstiger und in einem Tag drin. Eine Gaube schafft echte Stehhöhe und damit nutzbare Fläche — sie ist eine bauliche Veränderung, kostet ein Vielfaches und braucht je nach Bebauungsplan eine Genehmigung.
Wer nur Licht will, nimmt Fenster. Wer den Raum unter der Schräge tatsächlich nutzen will, kommt an der Gaube nicht vorbei. Schleppgaube, Satteldachgaube, Fledermausgaube — die Form entscheidet mit über die Genehmigung, weil sie ins Straßenbild wirkt.
Dachboden ausbauen
Der häufigste Fall, und der mit den meisten Fallstricken. Damit aus einem Dachboden ein Wohnraum wird, müssen Dämmung, Dampfbremse und Belüftung zusammenpassen. Wird nur gedämmt und die Dampfbremse nicht luftdicht angeschlossen, wandert warme Innenluft in die Konstruktion, kondensiert dort und lässt das Holz faulen — von außen jahrelang unsichtbar.
Zweiter Punkt: die Sparrenhöhe. Alte Dachstühle sind oft nur zwölf bis vierzehn Zentimeter tief. Wer dort die Dämmstärke unterbringen will, die heute gefordert ist, muss aufdoppeln oder von außen dämmen — und Letzteres heißt, dass das Dach herunterkommt.
Wann Sie anrufen sollten
Früher, als die meisten denken. Drei Zeitpunkte, an denen ein Gespräch noch etwas ändert.
Bei der Planung
Dachneigung, Ziegelmodell und Aufbau stehen im Entwurf. Sie später zu ändern heißt, die Statik anzufassen.
Vor dem Zimmerer
Sparrenabstand und -höhe bestimmen, was an Dämmung überhaupt hineinpasst. Danach ist die Entscheidung getroffen, ob man will oder nicht.
Vor dem Gerüst
Ein Gerüst steht mehrere Wochen und kostet unabhängig davon, wer es nutzt. Wenn Dachdecker, Fassade und Fensterbauer sich abstimmen, zahlt man es einmal statt dreimal.
Was ein Kunde dazu geschrieben hat
„Von der Erstellung des Angebots bis zum Projektabschluss höchst professionell. Unser Dach wurde neu eingedeckt, inklusive Dämmung und Gauben."
Andreas LangeNeueindeckung mit Dämmung und Gauben
Nächster Schritt
Wenn Pläne vorliegen, bringen Sie sie zum Termin mit — dann lässt sich in einer halben Stunde mehr klären als in drei Telefonaten.
Hier fehlt noch: Fotos von fertigen Gauben und Dachausbauten. Gerade bei Gauben entscheidet die Optik mit, und ein Bild beantwortet die Frage nach der Form schneller als drei Absätze Text.