Mein Dach ist alt
Es tropft noch nicht. Aber die Ziegel sitzen locker, die Rinne ist durchgerostet, und oben wird es im Winter nie richtig warm. Die Frage ist nicht ob, sondern wann — und was es kostet, zu lange zu warten.
Sechs Zeichen, die teuer werden
Keines davon ist ein Notfall. Alle sechs werden mit jedem Winter teurer, weil sie am Ende dasselbe angreifen: die Holzkonstruktion darunter.
Feuchte Flecken an der Dachschräge
Rund, bräunlich, mit dunklerem Rand. Meist sitzt der Schaden nicht dort, wo der Fleck ist — Wasser läuft auf der Unterspannbahn ein Stück weiter, bevor es durchkommt. Deshalb hilft Draufschauen von innen wenig.
Ziegel im Garten, ohne dass Sturm war
Dann sind die Halteklammern durch oder die Lattung ist mürbe. Ein einzelner Ziegel ist schnell ersetzt; das Problem ist, dass die anderen genauso alt sind.
Grünbelag und Moos in den Fugen
Für sich harmlos. Kritisch wird es, wenn das Moos die Wasserführung staut — dann steht Feuchtigkeit auf der Ziegelunterseite, und der nächste Frost sprengt sie ab.
Rostspuren an der Rinne
Zinkrinnen halten je nach Lage vierzig Jahre und mehr. Sind sie durch, läuft das Wasser nicht ins Fallrohr, sondern an der Fassade herunter — und das sieht man zuerst am Sockel, nicht am Dach.
Oben wird es nie richtig warm
Bei Häusern vor 1995 liegt oft keine oder eine völlig unzureichende Dämmung. Zwischen Sparren, die nur zehn Zentimeter hoch sind, passt nichts Ordentliches. Das entscheidet später mit darüber, ob von innen oder von außen gedämmt wird.
Risse im Verputz des Schornsteins
Der Übergang zwischen Schornstein und Dachfläche ist die häufigste undichte Stelle überhaupt. Sitzt die Verwahrung locker, hilft kein Abdichten von oben, sondern nur eine neue Einfassung.
Was bei einer Sanierung passiert
Neueindeckung
Das alte Dach wird abgedeckt, die Lattung kommt herunter, und erst dann sieht man den Zustand der Sparren. Was darunter zum Vorschein kommt, entscheidet über die halbe Rechnung — morsche Sparrenköpfe an der Traufe sind der häufigste Fund und der ärgerlichste, weil man sie vorher schlicht nicht sehen kann.
Danach: Unterspannbahn, Konterlattung, Traglattung, neue Ziegel. Die Konterlattung ist der Punkt, an dem gern gespart wird und man es zwanzig Jahre später merkt. Sie sorgt dafür, dass unter den Ziegeln Luft zirkuliert und Kondenswasser abtrocknet. Fehlt sie oder ist sie zu flach, fault die Dämmung von oben, ohne dass jemals ein Tropfen durchs Dach gekommen wäre.
Kommt beim Abdecken etwas zum Vorschein, wird vorher gefragt.
Dämmung
Zwei Wege, und der Unterschied ist erheblich. Zwischensparrendämmung läuft von innen: günstiger, geht ohne Gerüst, ist aber auf die Sparrenhöhe begrenzt, und die Sparren selbst bleiben als Wärmebrücke stehen.
Aufsparrendämmung liegt über den Sparren, unter den Ziegeln — durchgehend, ohne Brücken, deutlich wirksamer. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn ohnehin neu eingedeckt wird, weil das Dach dafür sowieso offen sein muss. Beides zusammen in einem Arbeitsgang ist fast immer günstiger, als zweimal ein Gerüst zu stellen.
Wer den Dachboden später ausbauen will, sollte das vor der Sanierung sagen und nicht danach. Die Entscheidung zwischen den beiden Wegen hängt genau daran.
Rinnen, Bleche, Fassade
Bauklempnerei ist alles, was aus Metall am Dach sitzt: Rinnen, Fallrohre, Kehlbleche, Schornsteinverwahrung, Ortgang- und Traufbleche. Zink ist der Standard und hält bei normaler Lage vierzig Jahre und mehr, Kupfer länger, kostet aber ungefähr das Doppelte.
Fassadenbekleidung gehört ebenfalls zum Dachdeckerhandwerk — sie steht nicht zufällig im Zunftzeichen. Bei Giebeln, die dem Wetter zugewandt sind, ist eine Verkleidung meist die haltbarere Lösung als Putz.
Dachcheck und Wartung
Nach einem stürmischen Winter oder alle paar Jahre: Rinnen und Kehlen reinigen, lose Ziegel prüfen, Verwahrungen kontrollieren. Der Termin dauert selten länger als zwei Stunden und verhindert die Schäden, die auf dieser Seite weiter oben stehen.
Der beste Zeitpunkt ist der Herbst, bevor der erste Sturm kommt. Im Frühjahr ist es die Schadensaufnahme — das ist etwas anderes.
Was Kunden dazu geschrieben haben
„Selbst bei Regen und starkem Wind lief die Arbeit weiter. Lange Kaffeepausen oder Schwätzchen halten gab es bei den Jungs nicht. Das Dach mit den neuen Ziegeln, die Schornsteinverkleidung und die neuen Zinkregengossen inklusive der Fallrohre wurden alle top montiert."
Marcus L.Neueindeckung, Schornsteinverkleidung, Zinkrinnen mit Fallrohren
„Aus einem ersten Ausbesserungsauftrag folgten eine komplette Flachdacherneuerung und eine Neuauskleidung und Versiegelung zweier großer Balkone. Es wird effizient und vorausschauend gearbeitet."
Christopher RuetzFlachdacherneuerung und Abdichtung zweier Balkone
„Herr Gessner hat das Dach unserer Doppelhaushälfte inklusive Dämmung, zwei Giebel und Flachdach komplett erneuert. Termine und Kosten und Absprachen wurden immer eingehalten."
Toxic_ LarsDach, Dämmung, zwei Giebel und Flachdach
Erst ansehen, dann rechnen
Was unter den Ziegeln liegt, sieht man erst, wenn sie herunten sind. Deshalb gibt es am Telefon keine belastbare Zahl, nur eine Größenordnung. Die steht auf der Kostenseite.
Hier fehlt noch: Ein Vorher-Nachher-Regler von einer echten Sanierung. Zwei Aufnahmen vom exakt selben Standpunkt, eine vor und eine nach der Arbeit — mehr braucht es nicht, und es überzeugt mehr als jeder Text auf dieser Seite.